**Erste Worte vom Mars: Cronicles spricht mit Commander Mitchell**
*3. Dezember 2031, am Abend nach der Landung*

Chronicles: Commander Mitchell, Sie stehen buchstäblich seit einer Stunde auf dem Mars. Wie fühlt sich das an?

Ehrlich gesagt anders, als ich es mir im Simulationstraining vorgestellt habe. Man bereitet sich auf die Schwerkraft vor, auf die Landschaft, auf die Bilder von den Kameras der Baueinheiten – aber niemand bereitet einen darauf vor, wie still es hier ist. Bisher kein Wind, der etwas bewegt, keine Vögel, kein Verkehr. Nur wir und der Planet.

Chronicles: Die Reise selbst dauerte drei Monate. Was war die größte Überraschung an Bord der Nibiru Prime?

Wie sehr sich ein bereits eingespieltes Team unter realen Bedingungen noch einmal verändert. Wir kannten uns natürlich schon einige Monate aus dem gemeinsamen Training, hatten zusammen jedes Landemanöver durchgesprochen, jede Systemausfall-Simulation diskutiert – aber die Enge an Bord, drei Monate lang, hat trotzdem noch einmal etwas verschoben. Man lernt einander anders kennen, wenn Diskussionen plötzlich echte Konsequenzen haben können.

Chronicles: Sie sind mit nur sechs von zwölf Crewmitgliedern gelandet. Warum diese Aufteilung?

Der Lander selbst hätte Platz gehabt, das war nicht das Problem. Aber Material und Rover passen nicht mit hinein, und wir wollten uns erst ein eigenes Bild von den Bedingungen vor Ort machen – von den Wohngebäuden, von dem, was die Baueinheiten tatsächlich fertiggestellt haben – bevor wir den großen Materialtransport starten. Die restliche Crew kommt morgen mit dem Frachter, zusammen mit den schweren Rovern. Es fühlt sich trotzdem seltsam an, hier zu sitzen und zu wissen, dass die halbe Mannschaft noch über uns kreist.

Chronicles: Was war der erste Eindruck von der Siedlung selbst?

Größer, als jede Simulation gezeigt hat. Wir haben Monate mit Renderings verbracht, mit Baufortschritts-Updates von den Robotereinheiten – aber es tatsächlich zu sehen, mit den Gewächshauskuppeln, die im Licht glänzen, das war ein anderes Gefühl. Man merkt, dass hier wirklich vorbereitet wurde, monatelang, bevor wir überhaupt gestartet sind.

Chronicles: Letzte Frage: Was erwarten Sie sich von den nächsten Tagen?

Routine, hoffentlich. Rover entladen, Siedlung in Betrieb nehmen, erste Vermessungen im Umfeld. Aber wenn meine Jahre bei früheren Missionen zum Mond mich etwas gelehrt haben, dann das, dass "Routine" auf ein Wort ist, das man mit Vorsicht benutzen sollte.